Aktuelle Erreger- und Resistenzdaten 2025 für den ambulanten Bereich

Die aktuellen Erreger- und Resistenzdaten 2025 stehen ab sofort zur Verfügung. Sie finden die 2025 nachgewiesenen Erreger aus dem ambulanten Bereich sowie für die jeweils bedeutsamsten bzw. häufigsten Erreger zusätzlich die Resistenzsituation, sofern eine Empfindlichkeitstestung mittels Routinemethoden möglich ist.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr können wir 2025 anhand dieser Daten folgende Entwicklungen feststellen:
WUNDINFEKTIONEN (Wundabstriche)
- Staphylococcus aureus bleibt führender Erreger → Anteil: 37 %
- Die Resistenzlage zeigt sich stabil → MRSA-Rate unverändert bei 3 %
HARNWEGSINFEKTIONEN (Urin)
- Escherichia coli ist weiterhin der häufigste Erreger → Anteil: 67 %
- Die empfohlenen oralen Antibiotika zur Therapie der unkomplizierten Zystitis zeigen weiterhin eine sehr hohe Wirksamkeit: >95 % Empfindlichkeit für Fosfomycin, Mecillinam, Nitrofurantoin oder Nitroxolin
GASTROENTERITIS (Stuhl)
- Campylobacter spp. wurden häufiger nachgewiesen als Noroviren (die 2024 deutlich dominanter an erster Stelle auftraten).
- Azithromycin bleibt Therapieoption bei schweren Verläufen der Campylobacterinfektion oder fehlender klinischer Besserung → In-vitro-Empfindlichkeit in 99 % der Fälle.
- Bei bereits eingetretener klinischer Symptomverbesserung bis zum Befundeingang ist eine antibiotische Therapie nicht indiziert.
SEXUELL ÜBERTRAGBARE INFEKTIONEN (STI, Urogenitalabstriche, Urin)
- Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae machen zusammen ca. 70 % aller PCR-positiven STI aus.
- Gonokokken:
- Ceftriaxon / Cefixim → 100 % In-vitro-Wirksamkeit
- Azithromycin → Therapieoption ausschließlich bei gesicherter Empfindlichkeit (71 % der Fälle)
- Ohne Empfindlichkeitstestung besteht ein hohes Risiko des Therapieversagens:
- Ciprofloxacin → lediglich 29 % empfindlich getestet
- Doxycyclin → nur 59 % empfindlich getestet
- Mycoplasma genitalium: deutlicher Anstieg der Makrolidresistenz
- Männer: Empfindlichkeit gesunken von 59 % → 30 %
- Frauen: Empfindlichkeit gesunken von 84 % → 77 %
(Zu berücksichtigen ist hierbei: Einsendungen von Männern überwiegend aus infektiologischen Spezialpraxen, Einsendungen von Frauen aus gynäkologischen Praxen.)
RESPIRATORISCHE INFEKTIONEN(Nasen-, Rachenabstriche)
- Influenza-A- und -B-Viren waren 2025 die am häufigsten nachgewiesenen Erreger.
- Rhinoviren weiterhin konstant häufig nachweisbar (zweithäufigster Erreger sowohl 2024 als auch 2025).
- Coronavirus-Nachweise zeigen einen kontinuierlichen Rückgang.
- Anzüchtbare bakterielle Erreger:
- Streptococcus pyogenes weiterhin führend → zu 100 % empfindlich gegenüber Betalaktam-Antibiotika
- Haemophilus influenzae → 19 % Resistenz gegenüber Amoxicillin/Clavulansäure → Empfindlichkeitstestung bei schweren Verläufen empfohlen.FormularbeginnFormularende