Aktualisierte Leitlinie zur Tinea capitis (2026)

Die Tinea capitis ist die häufigste Dermatophytose im Kindesalter und betrifft vor allem Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren. Zunehmend werden jedoch auch Säuglinge, Kleinkinder sowie junge Erwachsene diagnostiziert.
In Deutschland wird die Erkrankung überwiegend durch zoophile Dermatophyten verursacht, die typischerweise von Haustieren wie Katzen oder Meerschweinchen auf den Menschen übertragen werden. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung anthropophiler Erreger zu, die von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Hierzu zählen insbesondere Trichophyton soudanense und Microsporum audouinii, die sich europaweit und inzwischen auch in Deutschland ausbreiten.
Ein weiteres relevantes, zunehmend nachgewiesenes Pathogen ist Trichophyton tonsurans. Dieser anthropophile Dermatophyt wird vor allem über engen Hautkontakt übertragen, beispielsweise beim Ringersport (kontaminierte Matten) oder zunehmend auch in Barbershops.
Die schwerste Verlaufsform stellt das Kerion Celsi dar. Diese eitrig-abszedierende Entzündungsreaktion der Kopfhaut ist sowohl diagnostisch als auch therapeutisch anspruchsvoll und erfordert eine besondere Aufmerksamkeit in Dermatologie und Pädiatrie.
Vor diesem Hintergrund ist das aktuelle Update der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Tinea capitis von großer Bedeutung. Die Langfassung bietet eine umfassende Darstellung des Themas, während die Kurzfassung praxisorientierte Empfehlungen zu Epidemiologie, Erregern, Diagnostik sowie topischer und systemischer antimykotischer Therapie zusammenfasst.
Weitere Informationen:
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-033